Plötzlicher Herztod beim Sport

 

Risikofaktor Herzerkrankung
Der plötzliche Herztod beim Sport ist ein unter grosser körperlicher Anstrengung ausgelöster Tod als Folge eines Herzstillstands. Besonders gefährdet sind Personen mit einem Herzleiden, wie zum Beispiel einer Herzmuskelerkrankung oder einem Loch in der Herzscheidewand. Die häufigste Herzerkrankung, die zu einem plötzlichen Herztod bei Sportlern führt, ist eine Verdickung des Herzmuskels, die so genannte hypertrophe Kardiomyopathie. Bei dieser angeborenen Erkrankung kann es unter Belastung zu Rhythmusstörungen kommen, welche kurze Bewusstlosigkeit oder den plötzlichen Herztod zur Folge haben können.

Sport gefährdet
Junge Sportler haben laut Statistiken ein 2,5mal grösseres Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, als Nichtsportler. Das Risiko, an einem plötzlichen Herztod zu sterben, steigt parallel zur Wettkampf-Intensität. Am häufigsten wurden plötzliche Herztodesfälle beim Fussball, Basketball, American Football und beim Laufen beobachtet.



Seltenes Auftreten
Der plötzliche Herztod im Sport tritt selten auf, Untersuchungen gehen von 0,5-2 Todesfällen pro 100 000 jungen Sportlern aus. Oberhalb des 35. Lebensjahres steigt die Häufigkeit an. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Die hypertrophe Kardiomyopathie, Hauptursache des plötzlichen Herztodes im Sport, ist aber häufiger. Laut Statistiken leidet eine von 500 Personen daran. Diese haben also beim Ausüben von Leistungssport ein hohes Risiko für einen plötzlichen Herztod.

  
Herzuntersuchungen für Kaderathleten
Um dem plötzlichen Herztod beim Sport vorzubeugen, empfiehlt die Schweizerische Gesellschaft für Sportmedizin (SGSM) eine jährliche Präventiv-Untersuchung und ein Ruhe-EKG alle zwei Jahre für alle Kaderathleten ab 14 Jahren. Zu den Kaderathleten zählt die SGSM sämtliche Einzel- und Mannschaftssportler, die einem Verbandskader bzw. den Nationalmannschaften aller Alterskategorien angehören oder in den beiden obersten nationalen Ligen der Teamsportarten spielen.



Erfolgreiche Prävention
Bei der jährlichen Präventivuntersuchung geht es um allfällige Beschwerden, die familiäre Krankheitsgeschichte, die Untersuchung der Herztöne und Blutdruckmessung. Alle zwei Jahre sollte zusätzlich ein Ruhe-EKG durchgeführt werden. Bei Auffälligkeiten in der Grunduntersuchung werden weitere Abklärungen durchgeführt, z.B. Herzultraschall. Im Falle einer Herzerkrankung müssen Betroffene meist auf Leistungssportverbot verzichten.
Ganz ausschliessen lässt sich ein plötzlicher Herztod auch mit diesen Abklärungen nicht. Aber laut einer Studie in Italien konnte mit dieser Art der Untersuchung eine massive Reduktion der Fälle von plötzlichem Herztod im Wettkampfsport erreicht werden. Die Todesrate sank um 89 Prozent.


Experte im Beitrag:
Dr. med. Gery Büsser
Sportmediziner ZSC Lions
Leitender Arzt Sportmedizin

GZO AG- Spital Wetzikon